Bauernhausmuseum Rohrdorf

im Achentaler Heimathaus

Wortgefechte – Bayerns Literaten zwischen Krieg und Revolution

ganghofer.jpg„Bei uns Deutschen muß es heißen: ‚Eisen zerbricht jede Not!‘“ Martialisches Albumblatt von Ludwig Ganghofer, 1916.

Zum 100-jährigen Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges und die nachfolgende Revolution veranstaltet das Museumsnetzwerk Rosenheim von 1. Juli 2018 bis 5. Mai 2019 die Gemeinschaftsausstellung „Heimat 1918“. 14 kulturelle Institutionen stellen in ortstypischen Sequenzen dar, wie sich diese Umbruchsphase zu Beginn des letzten Jahrhunderts in unserer Region vollzog und welche Auswirkungen sie auf das soziale, politische und kulturelle Leben hatte.

Unter dem Titel „Wortgefechte – Bayerns Literaten zwischen Krieg und Revolution“ zeigt das Bauernhausmuseum Rohrdorf, welche Rolle bayerische Literaten im Ersten Weltkrieg und der beginnenden Weimarer Republik spielten. Zahlreiche Erstausgaben, Original-Handschriften und Zeitdokumente einer einzigartigen Sammlung illustrieren, wie viele bayerische Autoren literarisch Stellung zur politischen Lage bezogen und so auf die Meinungsbildung des Volkes maßgeblichen Einfluss ausübten. Weniger bekannt als ihre populären Romane und Volksstücke ist etwa, dass Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma als entschiedene Kriegsbefürworter in Hetzartikeln und verherrlichender Kriegsliteratur für die deutsche Aggressionspolitik eintraten und als Unterstützer der Deutschen Vaterlandspartei eine nicht unbedeutende Rolle für den Aufstieg der neuen Rechten spielten.

Georg Queri dagegen wandte sich nach anfänglicher Kriegsbegeisterung der Sozialdemokratie zu, Hans Carossa wählte wie auch später im Dritten Reich die sog. Innere Emigration. Dass ihn der Krieg nichts angehe, bemerkte gleich zu Kriegsbeginn der Pazifist Oskar Maria Graf. Annette Kolb trat für Völkerverständigung und Vernunft ein, Leonhard Frank machte mit seinen Antikriegsnovellen auf die physischen und psychischen Greuel des Krieges aufmerksam und war nach Kriegsende in revolutionären Ausschüssen der Räterepublik aktiv.

Mit einem Exkurs in die Weltliteratur – dem Bruderzwist zwischen Thomas und Heinrich Mann, die sich damals in München aufhielten – endet der Rundgang durch diese Ausstellung, die zugleich eine Einführung in die Bibliophilie und eine Verständnishilfe für das Phänomen des Sammelns an sich sein möchte. Was die Erstausgabe so interessant macht und warum das Sammeln von Handschriften zur regelrechten Reliquienjagd werden kann, sind Fragen, welche die beiden Ausstellungskuratoren Simon Hausstetter und Julia Heuel im Schlussteil der Ausstellung zu beantworten versuchen.

Bereits im Vorhinein konnten mit dem Ausstellungskonzept der Bürgerengagement-Wettbewerb der LEADER-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal und somit Fördermittel für die Ausstellung gewonnen werden. Mithilfe vereinsinterner Handwerker und externer Partner wurde der Dachboden des Museums völlig umgestaltet und bietet nun die Bühne für ein Projekt, das neben dem Anbau der Theaterbühne die Tatkraft des GTEV „Achentaler“ Rohrdorf unter Beweis stellt.

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